Meinungen aus Politik und Medizin
Karin
Evers-Meyer MdB
Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen
Sehr geehrte Damen und Herren,
als Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter
Menschen gehören Seltene Krankheiten zu einem zentralen Anliegen
von mir. Seltene Erkrankungen sind mehrheitlich sehr schwere chronische
Krankheiten. Viele Seltene Krankheiten können zu Behinderungen
führen. Um der Entstehung von Behinderungen entgegenzuwirken,
gilt es daher sicherzustellen, dass Patienten rechtzeitig und ausreichend
behandelt werden. Dadurch können Frühverrentungen, Arbeitsunfähigkeit,
Pflegebedürftigkeit und der vorzeitige Bezug anderer Sozialleistungen
vermieden werden.
Der Bundesregierung geht es nicht nur um eine Politik für behinderte
und chronisch kranke Menschen, sondern vor allem um eine Politik mit
ihnen. Daher ist uns die enge Zusammenarbeit mit Verbänden und
Organisationen der behinderten und chronisch kranken Menschen wichtig.
Die Betroffenen von seltenen Krankheiten können am besten Hinweise
und Anregungen geben, wie eine Behindertenpolitik zu gestalten ist,
damit sie in allen gesellschaftlichen Bereichen die größten
Teilhabechancen und besten Möglichkeiten der Selbstbestimmung
haben. Wir müssen uns gemeinsam engagieren, um geeignete Lebensverhältnisse
für uns alle zu schaffen. Deshalb unterstütze ich ausdrücklich
die Kampagne „Seltene Krankheiten – Gar nicht so selten.
Frühe Diagnose rettet Leben und senkt Behandlungskosten“,
die von der Deutschen Selbsthilfe Angeborene Immundefekte e.V. (DSAI)
initiiert wurde. Die Kampagne hat es sich zum Ziel gesetzt, über
Seltene Krankheiten zu informieren und sich für eine frühe
Diagnose und eine angemessene Therapie dieser Erkrankungen stark zu
machen.
Die Ziele der Kampagne leisten einen wichtigen Beitrag zur Verwirklichung
einer vollständigen Teilhabe behinderter und chronisch kranker
Menschen am gesellschaftlichen Leben.
Die Bundesregierung ist bestrebt, die Verankerung von Seltenen Erkrankungen
in der medizinischen Aus- und Weiterbildung zu fördern. Die besonderen
Belange chronisch kranker und behinderter Menschen sollen in der Fortbildung
der ärztlichen und nichtärztlichen medizinischen Berufe noch
deutlicheren Niederschlag finden.
Das GKV-Modernisierungsgesetz konnte bereits Qualitätsverbesserungen
für chronisch kranke Menschen erzielen. Medizinische Versorgungszentren,
Hausarztsysteme, die Möglichkeit für Krankenhäuser,
in speziellen Fällen auch ambulant behandeln zu können, sowie
die Entwicklung integrierter Versorgungsformen tragen den individuellen
Bedürfnissen chronisch kranker Menschen Rechnung.
Wichtig ist zudem, dass der Eintritt einer Behinderung einschließlich
einer chronischen Krankheit möglichst vermieden wird. Dabei helfen
ein umfassendes Informationsnetz und eine enge Zusammenarbeit zwischen
behandelnden Ärzten, Werks- und Betriebsärzten, Rehabilitationsträgern
und anderen.
Die Qualität der Versorgung chronisch Kranker hängt in einem
entscheidenden Maße davon ab, wie es gelingt, kranken Menschen
und ihre Angehörigen als selbstverantwortliche, informierte und
kompetente Nutzer von Gesundheitsdienstleistungen in das Behandlungsmanagement
einzubinden.
Ich wünsche der Kampagne, dass sie einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung
im Interesse von Menschen mit und ohne Behinderungen leisten wird.
Renate
Gradistanac MdB
stellvertretende Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Familie,
Senioren, Frauen und
Jugend
Sehr geehrte Frau Gründl,
als stellvertretende Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für
Familie, Senioren, Frauen und
Jugend unterstütze ich Sie gerne in Ihrem Engagement, die Lebensbedingungen
für
Betroffene von seltenen Erkrankungen und deren Familien grundlegend
zu verbessern. Diese
Familien brauchen den besonderen Schutz der Gesellschaft.
Ich unterstütze daher das „Berliner Signal“, den Aufruf
der Kampagne „Seltene Krankheiten –
gar nicht so selten. Frühe Diagnose rettet Leben und senkt Behandlungskosten“.
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Jörg
Rohde MdB
Statement folgt in Kürze
Silvia
Schmidt MdB
Behindertenbeauftragte der SPD – Bundestagsfraktion
Mehr Aufmerksamkeit für seltene Erkrankungen –
Anliegen
der SPD konnte in der Gesundheitsreform durchgesetzt werden!
Sehr geehrte Damen und Herren,
gesunde Menschen haben eine Verantwortung gegenüber kranken Menschen
und erst recht gegenüber chronisch kranken Menschen.
Unser solidarisches Krankenversicherungssystem stellt hier einen wichtigen
Aspekt dar, diese moralische Verantwortung institutionell abzusichern.
Es gilt seltene Krankheiten früher diagnostizieren zu können.
Denn das rettet Leben, senkt die Behandlungskosten und vermeidet Behinderung.
Besonders freue ich mich, dass wir Sozialdemokraten in der Gesundheitsreform
durchsetzen konnten, dass gesetzlich Versicherte einen direkten Zugang
zu den besten Spezialisten in Krankenhäusern erhalten müssen.
Dies gilt nicht nur für schwere Krankheiten wie Krebs oder Multiple
Sklerose, sondern gerade auch für seltene Erkrankungen. Für
dieses besondere Anliegen der SPD wird eine Anschubfinanzierung bereitgestellt.
Gerade gegenüber Menschen mit angeborenen Immundefekten – sehr
viele davon sind Kinder –, sind wir in der Pflicht. Sie sollen
im Rahmen des medizinisch Möglichen ihr Leben selbstbestimmt führen
können. Aber es gilt auch die Angehörigen zu entlasten und
Strukturen zu schaffen, die sicherstellen, dass die Betroffenen psychosozial
und rehabilitativ versorgt sind.
Als Behindertenbeauftragte der SPD – Bundestagsfraktion bin
ich tief beeindruckt von der Arbeit der Deutschen Selbsthilfe Angeborene
Immundefekte e.V. und sichere Ihnen meine vollste Unterstützung
zu.
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